Boerboels sind aufmerksame Wächter

Boerboels waren die Begleiter und die Beschützer der frühen Siedler in Südafrika.

Jeder, der schon einmal im südafrikanischen Busch unterwegs war, weiß, dass dies auch heute noch "kein Spaziergang" ist im Gegensatz zu einer Wald- oder Bergwanderung in Deutschand.

Überall lauern mögliche Gefahren von giftigen Schlangen bis hin zu Großkatzen oder sich gestört fühlenden Elefanten.

Ein moderner Stadtmensch würde ohne einen erfahrenen Guide sicher kaum sehr lange überleben.

Aber genau in dieser Umgebung hat sich die Rasse Boerboel entwickelt, da die ersten Siedler früher genau denselben Gefahren ausgesetzt waren. Sie brauchten jemanden, der feinere Sinne hat als sie selber und sie deswegen sehr früh vor möglichen Gefahren warnen konnte.

Sie brauchten einen Hund, der sehr vorsichtig und reaktionsschnell ist um nicht selber Gefahr zu laufen verletzt zu werden. Denn Tierärzte waren zu der Zeit wohl nur selten greifbar.

Und sie brauchten einen Hund, der im Falle einer konkreten Bedrohung bereit war, sich zwischen seine Familie und den Angreifer zu stellen. Der diesen mit allen erforderlichen Mitteln in Schach hielt bis sich seine Leute zurückziehen oder selber bewaffnen konnten oder der Angreifer aufgab und sich verzog.

 

Wir möchten vor diesem Hintergrund noch einmal ganz klar betonen, dass der Boerboel weder ein lebendiges Kuscheltier ist, das sich schwanzwedelnd naiv über die ganze Welt freut, noch ein aggressives, unkontrollierbares wildes Tier.

In manchen Berichten kann man vielleicht diesen oder jenen Eindruck gewinnen, was aber beides ins Reich der Märchen gehört !

Boerboels sind ganz normale Hunde. Hunde, die wie jede Rasse ganz speziell für einen bestimmten Job gezüchtet worden sind. Dieses Erbe steckt in ihren Genen und bestimmt einen Großteil ihres Verhaltensrepertoires.

Boerboels aus einer gewissenhaften Zuchtplanung, die vernünftig sozialisiert und erzogen wurden, begegnen Fremden je nach Typ freundlich bis neutral oder auch mal zurückhaltend bis skeptisch - jedoch niemals grundlos aggressiv !

Ein übermäßig aggressiver Hund hätte im afrikanischen Busch nicht lange überlebt. Der Hund sollte nur angreifen wenn es gar keine andere Möglichkeit gab, denn jeder Kampf bedeutete bei den vielen potenten möglichen Gegnern in Afrika´s Wildnis auch immer Lebensgefahr für den Hund.

Auch auf den Farmen später bei den niedergelassenen Siedlern hätte ein über-aggressiver Hund wenig Nutzen gehabt, da man ihn ständig hätte wegsperren müssen aus Angst, dass einer von den meist zahlreichen Arbeitern oder sonst jemand grundlos gebissen wird.

Wir wissen es aus eigener Erfahrung, da wir mit unseren Boerboels auf einem Bauernhof in Bayern wohnen und wir gerade im Sommer meist recht viel Publikumsverkehr haben und natürlich auch unsere Hunde davon nicht ausschließen wollen. Was auch überhaupt kein Problem ist mit unseren Boerboels. Gut sozialisiert und erzogen sind es wunderbare Farmhunde, die lautstark warnen wenn sich Fremde nähern, ungebetene Gäste stellen bis ihre Menschen zur Stelle sind und von ihren Menschen erwünschte Leute akzeptieren.

Konsequente Erziehung ist allein schon deswegen in sämtlichen Bereichen im Zusammenleben mit Boerboels wichtig weil diese übermittelgroßen Molosser für ihre Größe eine Power, eine Kraft, eine Schnelligkeit und Wendigkeit haben, die jeden, der Molosser und Trägheit gleichsetzt, in helles Erstaunen versetzen wird. Das bedeutet auch, dass man immer ein Auge auf Boerboels und Kinder haben sollte, so freundlich der Boerboel Ihnen auch begegnen mag. Allein durch seine gewaltige Kraft und Power kann er Kinder ungewollt verletzen. Selbst Erwachsene brauchen im Spiel mit diesen Hunden eine gewisse Standfestigkeit.

Wichtig ist, dass man sich für seinen Boerboel und seine Erziehung viel Zeit nimmt. Die ersten 2 bis 3 Jahre, die ein solcher Hund braucht um erwachsen zu werden, sind die entscheidensten (und zugleich die schwersten ;-)). In dem Umfeld in dem wir leben ist es wichtig, dass der Boerboel lernt sich an seinem Menschen zu orientieren und seinen Entscheidungen zu vertrauen. Dies ist ein Prozess, den man durch tägliches Üben vorantreibt. Gerade während der schwierigen Phase der Pubertät kann es hier immer wieder auch Rückschritte geben (jeder denke an seine eigene Trotzphase in dieser Zeit ;-)) aber mit Geduld und Konsequenz meistert man auch diese Herausforderung. Man darf sich nur niemals dazu bringen lassen seinen souveränen, freundschaftlichen aber konsequenten Führungsstil aufzugeben und die Nerven verlieren und den Frust, den solche Rückschritte selbstverständlich auch manchmal erzeugen können, am Hund auslassen. Respekt und Vertrauen sind das wichtigste, gerade in der Beziehung zu einem solch sensiblen Powerpaket. In der Welpen- und Jugendzeit muss ich mir den Respekt von meinem Schnösel wenn nötig einfordern. Ihm aber zugleich auch das Vertrauen geben, dass ich ihn selber respektvoll behandele bei der Wahl meiner Erziehungsmethoden. Das Bild, was der Hund vom Menschen gewinnt im Umgang mit diesem ist gerade bei skeptisch veranlagten Rassen sehr entscheidend.

Manchmal muss der temperamentvolle Boerboel etwas gebremst werden - auch wenn er es gut meint ;-)

Außerdem sollte der Boerboel von klein auf an alle Reize gewöhnt werden, die er später als normal einstufen soll. Hierbei darf man ihn jedoch auch nicht überfordern. Eine gut geführte Welpenschule zu besuchen macht ebenso Sinn. Boerboels sind meist recht lange ziemlich verträglich mit allem und jedem, was sich aber wenn der Hund erwachsen wird (mit 2 oder 3 Jahren) bei gleichgeschlechtlichen Artgenossen unter Umständen ändern kann, tendenziell vor allem bei Rüden. Eine gewisse Achtsamkeit ist immer geboten wenn es um Hundebegegnungen in der Nähe des eigenen Territoriums geht. Bei Mehrhundhaltung ist die individuelle Passung entscheidend.

Zu der eigenen Familie sind Boerboels normalerweise, solange ein gutes Verhältnis besteht, total loyal, verschmust und verspielt. Die Familie ist für einen Boerboel eigentlich das Wichtigste und Wertvollste überhaupt. Das ist das, was er schützt, wo er sich wohl fühlt. Deswegen ist der Boerboel auch für reine Zwingerhaltung auf keinen Fall geeignet.

Unser Clown, der Mash, mit dem Ohr eines zerflückten Stoffhasen im Maul...;-)

Es wäre auch viel zu schade diese Hunde nicht ständig um sich zu haben denn neben ihrer Wachsamkeit sind sie außerdem sehr intelligent, lustig und humorvoll :-)